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Dienstag, 07. Februar 2012

BDKJ fordert radikalen Umbau der Alterssicherung

17.04.2008 10:35 Alter: 4 Jahre
Von: jochen proske

Der Vorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Erzdiözese Hamburg kritisiert die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung über zusätzliche Rentenerhöhungen in 2008 und 2009. Zwar gebe es eine Vielzahl von älteren Menschen, die mit geringen Renten leben müssten und für die eine Erhöhung ihrer monatlichen Renten sinnvoll sei, allerdings belaste die vom Bundeskabinett Anfang April beschlossene außerplanmäßige Erhöhung der Renten erneut die heutigen und die zukünftigen Beitragszahler.


„Es kann nicht gerecht sein, wenn der Preis für die Reformangst in Deutschland erneut von den jungen Menschen bezahlt werden muss,“ sagt Christine Roschlaub, Vorsitzende des BDKJ Hamburg.

Ein neuer Generationenvertrag könne nicht auf der Basis des aktuellen, nicht mehr finanzierbaren Systems der Alterssicherung errichtet werden. Vielmehr bedürfe es neben weiteren Schritten einer entschiedenen Ausweitung des Kreises der Beitragszahlenden. „Es ist und bleibt absolut unverständlich, wieso Besserverdienende, Selbstständige und Abgeordnete nicht auch ihren Beitrag für eine solidarische Alterssicherung leisten sollen,“ stellt die Vorsitzende fest. Denn nach Meinung der katholischen Jugendverbände sei diese Frage nicht Ausdruck eines Generationenkonfliktes, wie jüngst etwa vom Altbundespräsidenten Roman Herzog unterstellt, sondern Folge einer massiven Umverteilungspolitik in den vergangenen Jahrzehnten zugunsten der einkommens- und vermögensstarken Haushalte.

Mit Nachdruck fordert der BDKJ Hamburg die Bundesregierung auf, endlich die notwendigen Schritte zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Sozialstaates einzuleiten. Andernfalls drohe eine schwere Vertrauenskrise des Gesamtsystems. „Wenn junge Menschen immer mehr den Eindruck gewinnen, sie seien die Dummen, die alleine zahlen müssen, dann braucht man sich über Politik- und Parteienverdrossenheit nicht wundern,“ so Christine Roschlaub.