Wenn der Vater mit der Tochter badet...
Von: Jochen Proske
Fortbildung "Sexualpädagogik und Prävention sexueller Gewalt" des Fachbereichs Freiwilligendienste
Die Informationsbroschüre "Kinder schützen" war im vergangenen Jahr der erste Schritt um Jugendleiterinnen und -leiter über Sexuellen Missbrauch zu informieren. Als zweiter Schritt ist ein umfassendes Fortbildungsprogramm für alle ehrenamtlich Engagierten in der katholischen Kinder- und Jugendarbeit in Vorbereitung. Der Fachbereich Freiwilligendienste hat für die Teams der FSJ- und BFD-Seminare eine Fortbildungsveranstaltung bereits durchgeführt, Anja Kullick (Honorarmitarbeiterin des Fachbereichs) berichtet von dem Wochenende.
Wenn der Vater mit der Tochter badet
Ein Fortbildungswochenende der Fachstelle Freiwilligendienste mit Christoph Aperdannier
„Sexualpädagogik“ und „Prävention/ Umgang mit sexueller Gewalt“- das klang erst einmal nach schweren Themen für das kommende Wochenende…
Christoph Aperdannier jedoch gelang es, mit Hilfe seiner offenen Art und einer originellen Vorstellungsrunde, innerhalb kürzester Zeit sowohl mich als auch den Rest der Gruppe für sich und seine Themen zu begeistern. Und nicht nur das, er schaffte es auch, uns sofort ein tolles Gruppengefühl zu geben. Denn Christoph, Bildungsreferent der Katholischen Jugend Hamburg und Mitglied der AG Prävention in der Jugendpastoral des Erzbistums Hamburg, warf im Laufe des Freitagabends mit guten Methoden und Spielen nur so um sich. So fanden wir uns mal in angeregten Diskussionen und mal mit unseren Ohren am Boden liegend wieder und lernten viel über Nähe, Distanz und persönliche Grenzen. Unsere Gruppe- das waren die vier Referenten und Referentinnen der Fachstelle Freiwilligendienste im Erzbistum Hamburg, die diese Fortbildung für uns alle organisiert hatten und zehn Honorarteamer- und teamerinnen. Wir alle werden im kommenden Jahr in Dreierteams junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Bundesfreiwilligendienst auf je fünf Bildungsseminaren betreuen. Wir alle werden uns also mit den Freiwilligen, aber auch mit deren Einsatzstellen und den Menschen in diesen beschäftigen. Somit waren wir besonders gespannt darauf, mit Christoph Aperdannier einen Leitfaden zum Handeln entwickeln zu können, der uns bei Verdacht oder Auftreten von sexuellem Missbrauch helfen kann.
Nach dem spaßigen Einstieg am Freitagabend wurde uns die Brisanz der Themen am Samstagmorgen schlagartig bewusst. Denn wer will oder kann schon entscheiden, ob sexueller Missbrauch vorliegt, wenn der „Vater mit der 13- jährigen Tochter badet“? Natürlich verlangte Christoph bei solchen Thesen kein endgültiges Urteil, doch schon die Diskussionen waren mehr als lehrreich. Erweitert wurde unser Wissen im Verlauf des Tages mit einem Vortrag über einige Daten und Fakten, Täter- und Opferprofile und durch die selbstständige Beschäftigung mit Fallbeispielen. So konnten wir die Fortbildung mit mehr Mut und dem so wichtigen Leitfaden zum Handeln im hoffentlich nie eintretenden Ernstfall beenden.
Mehr Informationen zum Präventionskonzept folgen demnächst.




